Hosinsul

Selbstverteidigung im Taekwondo

Hosinsul bezeichnet den Bereich der Selbstverteidigung im Taekwondo.

Dabei geht es nicht nur um Schläge und Tritte. Trainiert werden auch Befreiungen aus Griffen und Umklammerungen, Hebel, Würfe, Fallschule sowie der kontrollierte Umgang mit unterschiedlichen Angriffssituationen.

In der Kampfkunstschule Fichtner verbinden wir dafür Techniken aus Taekwondo und Jiu-Jitsu zu einem vielseitigen Selbstverteidigungstraining.

Handlungsfähig bleiben

Selbstverteidigung beginnt vor der Technik

Eine gute Selbstverteidigung beginnt nicht erst in dem Moment, in dem ein Griff gelöst, ein Angriff abgewehrt oder eine Technik ausgeführt wird.

Entscheidend ist zunächst, eine Situation wahrzunehmen, richtig einzuschätzen und möglichst früh sinnvoll zu reagieren. Dazu gehören Aufmerksamkeit, Abstand, klare Grenzen und die Fähigkeit, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.

Im Hosinsul lernen Schülerinnen und Schüler deshalb nicht einfach nur einzelne Bewegungen. Sie entwickeln nach und nach ein besseres Verständnis dafür, welche Reaktion in einer bestimmten Situation angemessen sein kann.

Manchmal bedeutet das, Distanz zu schaffen. Manchmal, sich aus einem Griff zu befreien. Und manchmal ist die beste Lösung, eine Situation frühzeitig zu verlassen oder Hilfe zu holen.

So wird Selbstverteidigung nicht zu einer Sammlung möglichst spektakulärer Techniken, sondern zu einem Training für Aufmerksamkeit, Kontrolle und situationsgerechtes Handeln.

Hosinsul verstehen

Selbstverteidigung im Detail

Hosinsul umfasst praktische Selbstverteidigungstechniken, die mit einem Trainingspartner geübt werden.

Während Taekwondo besonders für dynamische Hand- und Fußtechniken bekannt ist, entstehen in einer Selbstverteidigungssituation häufig auch andere Distanzen.

Zum Beispiel wenn jemand:

  • am Arm festhält

  • an der Kleidung greift

  • umklammert

  • schiebt

  • würgt

  • aus kurzer Entfernung angreift

Genau hier erweitert Hosinsul die klassische Taekwondo-Ausbildung.

Je nach Alter und Ausbildungsstand können unterschiedliche Bereiche trainiert werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Befreiung aus Festhaltegriffen

  • Befreiung aus Umklammerungen

  • Abwehr- und Ausweichbewegungen

  • Hand- und Fußtechniken

  • Hebeltechniken

  • Würfe

  • Kontrolltechniken

  • Fallschule

  • Distanz und Bewegung

Entscheidend ist nicht, möglichst viele Techniken zu kennen.

Wichtiger ist, wenige grundlegende Prinzipien zu verstehen und kontrolliert anwenden zu können.

Beide Kampfkünste ergänzen sich sehr gut.

Taekwondo schult besonders:

  • Distanz

  • Bewegung

  • Schnelligkeit

  • Handtechniken

  • Fußtechniken

Jiu-Jitsu ergänzt vor allem Bereiche wie:

  • Griffbefreiungen

  • Hebel

  • Würfe

  • Kontrolle auf kurzer Distanz

  • Fallschule

Da Josef Fichtner sowohl im Taekwondo als auch im Jiu-Jitsu langjährige Erfahrung besitzt, können Elemente beider Systeme sinnvoll miteinander verbunden werden.

Nein.

Das Ziel von Selbstverteidigung ist nicht, einen Kampf zu gewinnen.

Viel wichtiger ist:

eine gefährliche Situation möglichst früh zu erkennen, Abstand zu schaffen und sich in Sicherheit zu bringen.

Körperliche Techniken sind deshalb nur ein Teil des Selbstschutzes.

Auch Aufmerksamkeit, Körpersprache, Selbstbehauptung und klare Grenzen gehören dazu.

Eine Technik funktioniert nur, wenn Entfernung und Zeitpunkt stimmen.

Deshalb lernen Schülerinnen und Schüler im Hosinsul:

  • Abstand einzuschätzen

  • sich sinnvoll zu bewegen

  • Angriffe wahrzunehmen

  • im richtigen Moment zu reagieren

  • nicht unnötig in einer gefährlichen Distanz zu bleiben

Diese Grundlagen sind häufig wichtiger als komplizierte Technikkombinationen.

Zur Selbstverteidigung gehört auch, sicher mit einem Verlust des Gleichgewichts umgehen zu können.

In der Fallschule lernen Schülerinnen und Schüler, kontrolliert zu Boden zu kommen und das Verletzungsrisiko dabei möglichst gering zu halten.

Das ist nicht nur für Würfe im Training wichtig.

Auch im Alltag kann die Fähigkeit, den eigenen Körper beim Fallen besser zu kontrollieren, hilfreich sein.

Nein.

Kontrolle spielt im Selbstverteidigungstraining eine wichtige Rolle.

Im Training muss eine Technik so geübt werden, dass beide Partner sicher miteinander arbeiten können.

Dazu gehören:

  • kontrollierte Geschwindigkeit

  • angemessener Krafteinsatz

  • sichere Übungsformen

  • gegenseitiger Respekt

  • klare Anweisungen des Trainers

Mit zunehmender Erfahrung können Übungen dynamischer und anspruchsvoller werden.

Nicht jede Situation sollte körperlich gelöst werden.

Wenn Rückzug, Abstand oder Hilfe möglich sind, können sie die bessere Entscheidung sein.

Selbstverteidigung bedeutet deshalb auch:

Gefahren erkennen.
Grenzen setzen.
Distanz schaffen.
Hilfe holen.
Eine Situation verlassen, wenn es möglich ist.

Körperliche Techniken kommen erst dann ins Spiel, wenn sie tatsächlich notwendig sind.

Ja.

Selbstverteidigung ist ein Bestandteil unserer Taekwondo-Ausbildung.

Je nach Trainingsgruppe und Ausbildungsstand werden unterschiedliche Inhalte vermittelt und Schritt für Schritt erweitert.

Hosinsul steht dabei nicht isoliert.

Viele Grundlagen aus:

  • Grundschule

  • Partnertraining

  • Ilbo-Taereon

  • Bewegung

  • Fußtechniken

  • Handtechniken

fließen in die Selbstverteidigung ein.

Wir beginnen mit klaren und kontrollierten Situationen.

Zunächst lernen die Schülerinnen und Schüler:

Was passiert?

Wo ist die Gefahr?

Welche Distanz habe ich?

Welche einfache Reaktion ist sinnvoll?

Erst danach wird eine passende Technik aufgebaut.

Mit wachsender Erfahrung werden die Übungen vielseitiger. Dabei stehen Sicherheit, Kontrolle und eine verständliche Anwendung immer im Vordergrund.

Muss ich Taekwondo können, bevor ich Hosinsul trainieren kann?
Nein. Grundlegende Selbstverteidigung kann auch von Anfängern erlernt werden. Im regulären Taekwondo-Training entwickelt sich Hosinsul anschließend gemeinsam mit den übrigen Fähigkeiten weiter.

Muss man besonders stark sein?
Nein. Technik, Bewegung, Distanz und Timing spielen eine wichtige Rolle. Das Training wird an Alter und Voraussetzungen angepasst.

Gehören Hebel und Würfe wirklich zum Taekwondo?
Im Bereich Hosinsul können auch Hebel-, Wurf- und Befreiungstechniken trainiert werden. In der Kampfkunstschule Fichtner fließen dabei zusätzlich Erfahrungen aus dem Jiu-Jitsu ein.

Ist Hosinsul für Frauen geeignet?
Ja. Die Grundlagen von Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sind unabhängig vom Geschlecht wichtig. Für Frauen bieten wir zusätzlich gezielte Selbstverteidigungsangebote an.

Lernt man auch den Umgang mit gefährlichen Situationen?
Ja. Ein wichtiger Bestandteil ist zu verstehen, dass Abstand, Rückzug und Hilfe holen oft sinnvoller sein können als eine körperliche Auseinandersetzung.